Aufräumen

Es gibt inzwischen den Beruf des Aufräumers. Außerdem viele Ratgeberbücher, Zeitungsartikel und Fernsehsendungen. – Ich mache alles richtig – fast. Zu Beginn aller empfohlenen Aktionen steht das Aussortieren. ‚Stellen Sie alle Gläser auf den Tisch und behalten Sie nur die, die Sie wirklich benutzen‘. Ähnlich soll ich es mit der Kleidung machen. Was ein Jahr nicht getragen wurde, kommt in den Spendensack. Dann sortieren wir noch Bücher und Möbelstücke aus. Und wie gut es einem danach geht, wahre Glücksgefühle… Nicht bei mir! Bei mir kommen alle Gläser wieder zurück in den Schrank, die Kleidung wird wieder aufgehängt oder zusammengelegt. Die Bücher kann ich noch aussortieren, wenn ein Umzug ansteht. 

Während der Lesung hab ich die Küche geputzt. Nicht einen meiner Schmalztöpfe gäbe ich freiwillig her. Und da soll ich auch noch Stundenlohn dafür zahlen, dass mir meine schönen Sachen von einem Aufräumer weggenommen werden? Nur über meine Leiche! – Und so wird es wohl auch kommen.

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