Bessere Kreise

Durch meinen Beruf und mit einer Wohnung hatte ich Kontakt zu besseren Kreisen, Leute von der PH und Kollegen. Mit einigen freundete ich mich an. Einmal fuhr ich mit einer Gruppe in ein besonders feines privates Strandbad jotwede. Wir saßen beisammen und ich häkelte ein Bikinioberteil. Als es fertig war, zog ich mein Oberteil aus und das neue an – und wurde in der Luft zerfetzt. Unerhört! So was tut man nicht. Nicht hier und überhaupt. Man geht in die Umkleidekabine oder auf die Toilette. Mein Argument, die Kabinen lägen am anderen Ende, ich habe nicht nackend   auf dem Tisch getanzt und nur für Sekunden im Sitzen einen freien Oberkörper gezeigt, und überhaupt habe ich gar keinen Busen. – Nichts da! Moral, Anstand, Erziehung … Ach was. Ich schrieb einen bösen Brief, zog mich von den Leuten zurück und ging fortan auf die Pornowiese am Halensee. Da saß ich mit einer Klicke und verbrachte die Nachmittage. – Eines Tages schweifte mein Blick so über die Menschen auf der Wiese. Ich sah einmal hin, noch mal und konnte es nicht glauben. Ich zog mein Bikinioberteil an, stand auf und ging hin, kniete mich vor den Herrn und drückte mein Erstaunen über diese Begegnung aus. Ich will nicht schreiben, wie blöd die Erklärungen waren. Ich ging zurück zu meiner Decke und erzählte, mit wem ich da eben gesprochen habe. ‚Ach, der Spanner, der ist doch dauernd hier und starrt die Mädchen an.‘ So kann’s gehen. Einer von den besseren Leuten, der sich über meine Nacktheit empört hatte. Es handelt sich übrigens um den Herrn, der sagte, man konnte die Klose aus dem Keller, aber nicht den Keller aus der Klose holen.     

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