Im Radio klagt ein Mann über die entsetzliche Einsamkeit zu Coronazeiten, nein, es ist alles so schrecklich, wie er da allein auf der Rolltreppe fuhr, er hat zwar den Hund, aber das Alleinsein ist doch unerträglich. Dann sagt er, dass er froh ist, dass er noch seine Frau, seinen Sohn und die Schwiegertochter und noch sonst wen hat, sonst wäre es ja nicht auszuhalten. Ich bin beim Balkongießen und hab vielleicht nicht alles mitbekommen, aber von welcher Art Einsamkeit spricht er da? Wirklich einsam wäre ich auf der sprichwörtlichen Insel, egal wie paradiesisch. Oder wenn mich der einzig geliebte Mensch verlässt, das zerreißt mir das Herz vor Einsamkeit. Das passiert ja nicht alle Tage. So ein bisschen Quarantäne ist dagegen doch ein Klacks.