Geschafft

Im Haus tobt das Leben und richtig krank fühle ich mich nicht mehr. Also weg und was ‚Kleines‘ unternehmen. Z. B. mit der Kurzstrecke zur Topografie des Terrors fahren. Im Zeitungsladen kaufe ich vorher noch vier ABC-Scheine, falls ich Montag nach Potsdam kann.

Die Ausstellung ist sehr gut besucht. Es sind Fotos über die Judenverfolgung in den Niederlanden. Auf dem Rückweg stemple ich den zweiten Fahrschein. Da merke ich, dass es der teure ABC-Schein ist. Ich könnte mich schwarzärgern. Zu Hause esse ich etwas und beschließe,  den Fahrschein auszunutzen und nach Potsdam zu fahren. Am Bahnhof frage ich ein Paar, wie lange man mit einem Fahrschein fahren darf. ‚Zwei Stunden‘. Ich zücke den Fahrschein: 10.35. ‚Da haben Sie aber Glück gehabt, dass keine Kontrolle gekommen ist‘. Aber das kann doch nicht sein. Um die Zeit bin ich erst losgefahren. Tja, weil ich schon da den falschen Schein gestempelt habe. Der andere ist von 12.20. Mit dem fahre ich jetzt nach Potsdam. Mit welchem Fahrschein fahre ich denn jetzt zurück? Im Ausweis habe ich Notgeld. Prima. Und wo ist der Ausweis mit der Jahreskarte von Barberini? Zu Hause vergessen.

Im Barberini bekomme ich eine kostenlose Tageskarte und gehe kurz durch die DDR-Ausstellung. Ich bin doch noch sehr matt. – Und wie komme ich jetzt nach Hause? Ich frage eine junge Frau, ob sie eine Umweltkarte hat. Hat sie und nimmt mich bis Wannsee mit. Dann frage ich einen Herrn, der mich auch mitnimmt. Bis Zehlendorf. Ich steige mit aus und frage wieder eine junge Frau. Sie fährt bis Schöneberg, bietet mir aber die Begleitung bis Julius-Leber-Brücke an. ‚Das ist für mich wirklich egal‘.  Geschafft!!! Und vielen vielen Dank!

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