Hausfrau des Jahres

So nenne ich mich gern selbst. Weil ich viel putze. Mehr als ‚normal‘, meinen einige Leute. Ich wische dauernd Küche und Bad, sauge die Wohnung, bringe ständig den Müll runter. – Jetzt ist die Wohnung kalt und ich verbringe viel Zeit im Bad. Hier ist es kuschelig warm. Ich sitze auf einem Fußbänkchen und lese die Zeitungen. Heute wollte ich es hier etwas wohnlicher gestalten. Z. B. die neue Klopapierpackung aufhängen. Moment! Was ist das? Hinter dem Übertuch des Handtuchhalters hängen ein Besen und nicht benutzte Wärmflaschen. Eine davon hat sich aufgelöst und ist wie flüssiges Wachs die Wand runter bis auf den Boden getropft. Mit einem Schaber habe ich die Masse weggekratzt und die Reste mit Benzin gereinigt. Dabei habe ich auch dicke Staubflocken weggewischt. Leider ist auch der bestickte Klammerbeutel fleckig. Da weiß ich noch nicht, wie ich das wegbekomme.

Den Titel ‚Hausfrau des Jahres‘ gebe ich erst mal ab.

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