Zu schnell – zu langsam

Die Zeit vergeht zu schnell. Es ist zu schnell Freitag, zu schnell Monatsende, zu schnell das Jahr vorbei. Eben sehe ich im Fernsehen einen ehemaligen Schüler. Ich habe ihn damals ermuntert, trotz hämischer Bemerkungen seine Puppe mit zur Schule zu bringen. Nicht eingewickelt, sondern auf dem Arm. Er hat das stolz gemacht, und unsere Klasse fand das toll. Er ist inzwischen ein guter Vater geworden, das ist der Lauf der Zeit. Aber in der Fernsehsendung hat er kaum noch Haare! Eben noch mit Schultüte und Puppe auf dem Arm und jetzt Chef ohne Haare! Kann mir doch egal sein? Oh nein, denn das macht mir deutlich, wie alt ich inzwischen bin. Kann man das nicht verlangsamen? – Früher war nicht nur mehr Lametta, die Jahre waren auch deutlich länger, die großen Ferien auch. Im November lag Weihnachten noch in weiter Ferne. Besonders lang waren die Mathematikstunden, die Minuten zogen sich zäh in die Länge. Noch fünf Minuten, gleich geschafft. Denkste, ich werde aufgerufen und muss an die Tafel, weil die Zeit wieder so geschlichen ist.

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