Atzert

Atzert

Erinnert sich noch jemand an Radio Atzert in der Nähe der Mauer in Kreuzberg? Ein riesiger Laden. Da gab es die Plattenspieler in Kofferform, die so ziemlich jeder hatte. Der Lautsprecher war im Deckel. Man konnte 45er-, 33er- und 78er-Platten abspielen. Tonarm anheben, nach außen drehen bis zum Klick, dann auf der Platte aufsetze. ‘I want to be free, free, free’  von Elvis. So einfach war das. Auf dieser Stufe technischen Verständnisses bin ich stehen geblieben. Ähnlich übersichtlich war auch das Tonbandgerät. Vorlauf, Rücklauf, Aufnahmetaste. Etwas komplizierter war der Kassettenrecorder. Der hat die Seite automatisch gewechselt, und der erste Teil des Konzerts war gelöscht. Auch mein VW bereitete mir kaum Schwierigkeiten. Die Türen wurden mit dem Schlüssel aufgeschlossen, das Verdeck mit der Kurbel bedient Auch mein Telefon war prima. An der Schnur und mit Drehscheibe. Mehr Fortschritt hätte ich nicht gebraucht. Jetzt hab ich Tasten. Das geht auch. Aber wie stellt man die vier Telefonnummern ein. die man dann nur noch antippen kann? Ist aber nicht wichtig, ich habe keine vier wichtigen Nummern, die ich gern speichern möchte.  Bei meinem Radio hab ich mal auf einen falschen Knopf gedrückt, und seitdem schaltet es sich jeden Tag von alleine ein. Lästig. Mit meinem Handy hab ich mich zwar nicht befreundet, aber es herrscht Waffenstillstand. Anders der Labtop. Der fordert mich ständig heraus, und ich laufe dann von Tür zu Tür, um mir helfen zu lassen. Gerade vorhin habe ich Fabian gestört. Der hat dann Sachen vorgezaubert, die ich noch nie gesehen habe. So, jetzt kann ich wenigstens wieder schreiben.

Dies soll ein Dankesbrief sein, an alle, die mir immer wieder geholfen haben, wenn auch vielleicht mit zur Decke geworfenen Blicken. Ich danke Rhishi, Fabian, Niko, Paul, Robin, Wienke, dem netten Lehrer aus dem Nebenhaus, Mirian und ihrer Freundin. Danke!

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