Das 9 Euro-Ticket
Hach, ich hab das Ticket und ab heute gilt es. Ich fahre zur Alten Nationalgalerie und kaufe trotz der langen Schlange die Jahreskarte. Bei Gaugin erkenne ich kaum was und kann die Schrifttafeln nicht lesen. Ich muss endlich zum Augenarzt!
Am nächsten Tag im Hamburger Bahnhof treffe ich kaum bekannte Gesichter. Kiefer wird noch aufgebaut, jetzt kann ich ja noch oft wiederkommen. Nachmittags besorge ich mir einen Termin beim Augenarzt. Schon heute ist das Ticket bezahlt. Die Jahreskarte werde ich auch in einem Monat schaffen.
Am Tag drei fahre ich ins Knoblauchhaus. Der junge Mann, der mir Auskunft geben soll, stellt fest, dass ich besser Bescheid weiß als er. Ich bin ja auch älter. Bei der Rückfahrt ist der Bus sehr voll.
Am Samstag bin ich mit Herrn Dold zum Verschenkemarkt verabredet und habe die kurzen Hosen von Aldi an. Ein Hingucker! Ich frage Herrn Dold, ob ihm was auffällt, er mustert mich kurz und sagt ‘Sie waren beim Frisör’, ich könnte nackend neben im laufen, ohne dass er es merkt. Obwohl ich versprochen habe, nichts mitzunehmen, adoptiere ich ein H&M-Shirt und ein Kuschelbärchen. Der Knüller ist jedoch eine Zuverschenkenkiste vor einem Haus mit einem wunderschönen Porzellanbrettchen.
Am Sonntag fahre ich dann zu Jutta nach Zepernick. Ich verschweige wohl besser, dass ich auf der Rückfahrt nicht weiter wusste.
Pfingstmontag fahre ich ins Kustgewerbemuseum.
Am Dienstag hat Heidrun für uns den Skywalk gebucht. Die Hinfahrt ist umständlich, aber es ist ja umsonst und als Abenteuer anzusehen.
Ist das ein schönes Leben! Am Mittwoch fahre ich ins Kupferstichkabinett
und am nächsten Tag mit Heidrun nach Werneuchen!
Freitag bin ich wieder im Hamburger Bahnhof,
Samstag im Bode- Museum
und Sonntag im Willy-Brandt-Haus.
Dienstag zu Fuß ins Haus am Kleistpark
und Mittwoch nach Potsdam ins Barberini.
Donnerstag in eine neue Ausstellung im Haus am Kleistpark, ich erkenne nichts mehr.
Freitag wieder zum Hamburger Bahnhof und Samstag in die Gemäldegalerie.
Montag fahre ich mit dem Fahrschein zu Lidl und besorge den Antimilbensauger.
Dienstag wieder Neue Nationalgalerie und Mittwoch die Alte.
Freitag zum Kunstgewerbemusum und Sonnabend zu Barlach.
Sonntag ist es heiß und ich fahre zu der Museumsmusterwohnung. Ich bin die einzige Besucherin und die Rückfahrt in der Hitze kein Vergnügen, aber es kostet ja nichts.
Der Monat ist fast zu Ende. Am 29. in die Gemäldegalerie, am 30. in die Neue Nationalgalerie. Das war so schön! So wünsche ich mir mein Leben, wenn schon ohne Prinz. So sollte es weitergehen, ging es aber nicht. Ich wurde krank und bin seitdem Tag für Tag mit Kranksein beschäftigt. Aber ich hatte diesen Klassemonat!