Die Gesprächsbatterie

Nach einem intensiven Gespräch mit Gabi in einem Cafe müsste doch meine Gesprächsbatterie erst mal gefüllt sein. Nein, im Gegenteil, ich bin aufgekratzt und plauderfreudig.  An der Bushaltestelle will der Bus gerade losfahren, ich winke, und die Tür geht noch mal auf. ‘Sie sind so süß!’ rufe ich dem Fahrer zu. Mit zwei Fahrgästen mit Koffern komme ich über den freundlichen Fahrer sofort ins Gespräch. Touristen. Prima, kann ich gleich den Reiseleiter vorkehren. Bei der Neuen Nationalgalerie stocke ich. Wortfindungsstörung. ‘Der Mies van der Rohe-Bau` eiere ich rum. ‘Neue Nationalgalerie’ hilft eine Stimme von hinten. Ach ja, danke. ‘Und die Kirche?’ frage ich. ‘Matthäus-Kirche’. Richtig. ‘Und das Kunstwerk vor der Galerie?’ ‘Weiß ich nicht:’ Tja, das ist mein Gebiet. ‘George Rickey, Four Quarters, ich bekomme einen Punkt! Und die Brücke?’ Stimme von noch weiter hinten: ‘Potsdamer Brücke!’ ‘Sie spielen doch gar nicht mit!’ reklamiert der vordere Fahrgast. Die beiden Touristen müssen raus, bedanken sich für die Informationen und die unterhaltsame Fahrt. Mein Mitspieler muss dann auch raus. ‘Sprechen Sie mich an, wenn wir uns wieder im Bus treffen.’ ‘Ja, mach ich’, sagt er, ‘macht Spaß.’ – Beim Aussteigen winke ich dem Fahrer zu. ‘Einen schönen Tag noch!’ ruft er mir hinterher. – Gesprächsbatterie voll – für’s erste. 

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