Armseliges Menschenherz!
Zuerst ersehnt sich’s ein Gebirge,
dann einen Berg mit wilder Waldung,
ein Hügelchen sodann
und schließlich ein bisschen Buschwerk.
Das hab ich wohl von einem Kalenderblatt oder aus einem Büchlein mit östlichen Weisheiten abgeschrieben. Das hat mich damals sehr deprimiert. Ich war noch mit Harri zusammen, total unglücklich und wohl schon beim Hügelchen angelangt.
Vor etlichen Jahren bekam, ich von Heinz zur Adventszeit eine Schnur mit 24 Beutelchen als Adventskalender. Ich hatte mir das gewünscht, weil Frau Kaiser sowas für ihre Tochter genäht hatte. Das fand ich so liebevoll und hätte gern eine Mutter gehabt, die mir so was Schönes gebastelt hätte. Aber auch die gekauften Säckchen haben mich erfreut, und Heinz hatte sie mit Bedacht gefüllt. Als die Zeit mit Heinz vorbei war, wollte ich vom Stalker etwas Gleichwertiges haben. Er packte 24 Päckchen und ich dekorierte sie mit Tanne auf dem Flur. Das sah sehr schön aus. Dann war es vorbei mit Verehrern. Einmal kaufte ich mir im Museum einen nostalgischen Adventskalender. Selbst gekauft geht nicht. Aber dann bekam ich Jahr für Jahr einen winzigen Adventskalender von Herrn Dold, der ihn für eine Spende für irgendwas zugeschickt bekommt. Ich freue mich jedes Jahr darüber. Eine kleine Freude im Advent. Ich bin beim Buschwerk angekommen.