Übertöpfe

Übertöpfe

Meine Beziehung zu Übertöpfen ähnelt einer psychischen Störung, einer Zwangshandlung. Ich besitze viele Übertöpfe. Selbst gekauft habe ich wenige, als Sonderangebot oder auf dem Trödel. Ein paar sind von Klara, die meisten standen auf der Straße zum Verschenken rum. – Ohne Auto war ich mit Herrn Dold unterwegs. In der Belziger standen wunderschöne, große, heile,  saubere Übertöpfe zum Mitnehmen. Wir hätten sie nehmen sollen, wollten aber irgendwas ansehen, waren schon etwas weit vom Haus entfernt, und auf dem Rückweg war natürlich kein einziger mehr da. Das tut mir noch heute leid. Aber nun ist auch Schluss mit dem Sammeln und  obwohl ich einige verschenkt habe, sind es wohl über hundert. Sie nehmen viel Platz weg und irritieren Besucher.

Die Papiertonne ist leer und ich entsorge meine Zeitungen. Da fällt mein Blick im Gebüsch auf einen verdreckten Übertopf. Ich kann vor lauter Schmutz nicht erkennen, ob er kaputt ist. Ich lege ihn in meine Tüte und nehme ihn mit. In der Wohnung wasche ich ihn ab. Er ist heil und wunderschön! Von Ikea, kaum verkalkt. Also bitte, sowas kann man doch nicht stehen lassen. Wer schmeißt sowas Schönes weg? Nun ist aber wirklich Schluss – außer so ein schöner steht rum, oder ein nicht so schöner, den keiner mehr will, den ich dann adoptieren muss.

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