Auf Heidruns Auto ist ein Baum gefallen. Totalschaden. Mit Glück und Hamids Hilfe hat sie ein neues. Sie hat es auf ihrem Grundstück möglichst weit von Bäumen abgestellt, läuft dauernd ans Fenster, um nach Sturmschäden zu sehen, und nachts konnte sie schlecht schlafen. In einer E-mail schreibt sie mir: Seit das mit dem Auto passiert ist, hab ich eine Sturmphobie.
Da fällt mir Heinz-Otto ein. Egal was ich an Unternehmungen vorschlug, er hatte Bedenken. Bei dem Regen? Bei der Hitze? Bei der Kälte? Bei dieser Glätte? Bei diesem Sturm? – Ich resignierte, ‘Ja, es ist wieder Wetter.’
Herr D. macht bei jedem, wirklich jedem Wetter seine Zeitungstour. Aber einen Ausflug mit mir? Na doch nicht jetzt. Wann denn? Im Sommer, wenn die Sonne scheint. So warteten wir auf ideales Sommerwetter. Die Verabredung kam aber nicht zustande.
Meine Allwettertauglichkeit ist auch nicht mehr optimal. Aber mit einer sympathische Gesellschaft und der Aussicht auf eine interessante Unternehmung, ist mir das Wetter doch nach wie vor egal.
Nur bei Kälte reagiere ich zickig. Dabei muss man sich doch nur warm anziehen. Nein, die Kälte steckt mir in der Psyche. Als sehr kleines Kind habe ich erbärmlich gefroren, dann bei Frau H. in dem Zimmer, in dem ich geschlafen habe. Später in der Kellerwohnung, als der Kaffee morgens eine zarte Eisschicht hatte. Und auch in dieser Wohnung, als die Heizung über Wochen ausfiel. Und die letzten Winter, weil meine Heizkörper nur lauwarm werden. 14 Grad im Zimmer. Da gefriert zwar kein Kaffee in der Tasse, aber kuschelig ist es auch nicht. Eisbaden wäre nichts für mich. Ich habe eine Kältephobie.