Sahnekännchen 

Ich weiß nicht, wie ich auf Sahnekännchen gekommen bin.  Vielleicht weil eine Freundin aus Stetten am kalten Markt in ihrem Haus überall Zuckerdosen hatte. So große, wie sie bei uns nicht üblich sind. Sie sammelte auch andere Sachen, aber die Zuckerdosen fielen mir besonders auf.  Sahnekännchen sind besonders niedlich. Ich hab wohl so um die„Sahnekännchen „ weiterlesen

Sonntagsfahrer

Ich bin gut hingekommen und habe einen Parkplatz gefunden. Die kleine Sonderausstellung habe ich gründlich angesehen, drei Bilder hat der Audioguide erklärt, etwas Text habe ich fotografiert, geplaudert – 25 Minuten. Dann die Rückfahrt. Der gewohnte Weg gesperrt, verfahren, mit Mühe nach Hause gefunden, Parkplatz bei Waltraud – 45 Minuten. Ein Auto hat zügig die„Sonntagsfahrer“ weiterlesen

Morgenstund hat Gold im Mund

…und der schnodderige Berliner ergänzt ‚und Blei in den Gliedern‘. Zum Spruch ‚Bescheidenheit ist eine Zier‘ meint er in der ihm eigenen Grammatik ‚doch weiter kommt man ohne ihr‘. Die richtigen Sprüche wurden auf Stoff gestickt. Sie zeigten Handarbeitskönnen und ermahnten zu hausfraulichen Tugenden. Heute gibt es lustig gemeinte Aufkleber und Schilder für die Küche„Morgenstund hat Gold im Mund“ weiterlesen

Antimilbentag 

Letztes Jahr zur Hitzewelle waren die Raucher verreist. Heute ist Hitzerekord, aber die Raucher sind da. Ich kontrolliere alle paar Minuten die Luft auf dem Balkon. Einmal zu spät, es stinkt. Ich reiße die Bettdecke runter, lasse aber das  Federkissen hängen, das wie ein nasser Sack an der Leine baumelt. ‚unbedingt im Trockner 120 Minuten„Antimilbentag „ weiterlesen

Ziege durch …

Es gibt ein Sing- und Bewegungsspiel, das heißt, ‚Ziehe durch, ziehe durch, durch die gold‘ne Brücke …‘. Das sangen wir aber nicht, war wohl grammatisch zu anspruchsvoll. Wir sangen ‚Ziege durch …‘, weil wir uns vorstellten, eine Ziege ginge unter einer Brücke durch. Nun gut, einer singt es falsch, einer verhört sich und alle anderen„Ziege durch …“ weiterlesen

Gestickt II

Manche Stickereien verweisen auf den Inhalt von was hin. Beutel mit dem Wort ‚Wäsche‘ oder ‚Brot‘, eine kleineTasche zum Aufhängen mit ‚Topflappen‘. Auf einem Beutel meiner ehemaligen Nachbarin steht nur ihr Name. Der stammt aus der Zeit, als ein Bäckerjunge morgens die Brötchen an die Wohnungstür hängte. Einen besonders schön bestickten Beutel habe ich für„Gestickt II“ weiterlesen

Mein liebes Kästchen!

Ich wollte so ein Ding nicht. Ich war sogar stolz darauf, keins zu haben. Schließlich gibt es Bücher, Zeitschriften und Radio. Raffaela hat mich mit ihrem ewigen Mantra ‚du brauchst das‘ so lange  gepiesackt, bis wir losgefahren sind und eins gekauft haben. Ich konnte es nicht mal in die Hülle stecken, das hat Giorgio für„Mein liebes Kästchen!“ weiterlesen