Leute

Leute Das ist wieder was für Heinz: ‘Was kennst du für Leute?’ In der Akazienstraße gibt es ein Haus mit betreutem Wohnen. Ich grüße zwei der Bewohnerinnen mit ihren Betreuern. Es ist kein Austausch von Informationen, nur von Floskeln. Sie erkennen mich. Barbara sagt, wenn sie mich trifft ‘Jutta’. – Ich grüße den Übergewichtigen, tätschle„Leute“ weiterlesen

Besser als das Internet

Neben der Fotoausstellung gibt es im Willy-Brandt- Haus auch noch Bilder aus der Sammlung. Z. B. eins  von Johannes Heisig. Ich frage einen Besucher, wie nochmal der Vater heißt. Keine Ahnung. Während er googelt, fällt es  mir ein. Bernhard. Der Besucher bestätigt es. Im Fahrstuhl treffen wir uns wieder, und ich wüsste nun gern, wie„Besser als das Internet“ weiterlesen

Immer dazwischen

Immer dazwischen In der Nollendorfstraße spielte ich gern mit den Kindern Murmeln. Auch als ich kein Kind mehr war. Meinem damaligen Freund war das zu blöde, er schmiss mich über die Schulter und schleppte mich in die Wohnung. Dabei war ich doch am Gewinnen. – Meine Freunde waren bis auf wenige Ausnahmen jünger als ich.„Immer dazwischen“ weiterlesen

Das Blumenbänkchen

Das Blumenbänkchen Bei Herrn Wenig hab ich das nicht gesehen, es stand wohl schon auf dem Hängeboden. Auch seine Tochter ließ es da. Als sie hochbetagt starb, wurde die Wohnung aufgelöst. Vieles wurde weggeworfen. Die neue Besitzerin fragte, ob ich Interesse an dem Regal hätte. Hatte ich nicht, ein wichtiges Teil fehlte. Das entdeckte dann„Das Blumenbänkchen“ weiterlesen

Überraschung

Mein Balkon ist so chaotisch wie die Wohnung. Keine Beschriftung, keine Ordnung. Nun wächst in einem Topf so dies und das. Ich lasse alles gewähren. Eine Pflanze hat besonders kräftige Blätter. Was ist das? Ich rubble und rieche dran und stelle erfreut fest: Pfefferminze! Also hat doch ein Würzelchen überlebt. Christel hatte ich erzählt, dass„Überraschung“ weiterlesen

Das Herrenzimmer

An die Zeit vor der Inhaftierung meines Vaters kann ich mich nicht erinnern. Wieder zu Hause hat er ein- der mehrmals Leuten stolz sein Herrenzimmer präsentiert. Dieses Zimmer war schon da, als ich mit meiner Mutter allein war, denn ich habe als kleines Kind mit dem Staubtuch die Verzierungen ausgewischt. So begeistert, wie mein Vater„Das Herrenzimmer“ weiterlesen

Zwischenwelt

Mein Smartphone sagt ‘Zustand zwische Leben und Tod’. Das meinen ich nicht. Zwischenwelt ist z. B. die Vorbergstraße, nur wenige Meter breit. Auf unserer Seite die teuren Eigentumswohnungen. Hier wohnen Leute von der Presse, Akademiker, Lehrer. Gegenüber leben Hartz-vier-Empfänger, Menschen mit Betreuungsbedarf, mit Behinderung, Flaschensammler und Essensretter, mit Ofenheizung, einer ohne Strom. Unsere Häuser sind„Zwischenwelt“ weiterlesen